Schermaschinen! Ran ans Fell!

31.10.2016 20:02

6 Tipps zu Schermaschinen und zum Scheren von Pferden.

pferdeschermaschine-horizont-n65Der Winter naht unaufhaltsam und in vielen Ställen heißt es wieder: Kampf dem Winterpelz. Aber welche Schermaschine ist wofür am besten geeignet? Welche Vorteile bringen Akku-Scherer? Wie oft müssen Schneidsätze gewechselt werden und wann sollte man ölen?

Tipp 1: Leistung
Schermaschinen unterscheiden sich zunächst durch ihre Leistung. Je nachdem, in welchem Umfang geschoren wird, reicht eventuell auch eine kleinere, handliche Maschine mit niedriger Nennleistung. Will man auch Schweif und Mähne scheren, sollte man auf eine Minimalleistung von mindestens 20 bis 30 Watt achten.

Tipp 2: Lärm, Vibration, Hitzeentwicklung
Achten Sie beim Kauf darauf, ob die Maschine geräuscharm ist und wie stark sie vibriert. Gerade junge, unerfahrene Pferde erschrecken gerne beim Gebrauch von zu lauten Modellen. Außerdem kann eine sehr starke Vibration auch für den Scherenden auf Dauer unangenehm sein. Die Maschine sollte auch bei längerem Gebrauch nicht heiß laufen.

Tipp 3: Akku oder Kabel
Wichtig ist, ob die Maschine über Kabel oder Akku betrieben wird. Gerade wenn mehrere Pferde geschoren werden, kann es lästig sein, wenn der Akku plötzlich aufgibt. Abhilfe schafft zum Beispiel ein zweiter Akku, der während des Schervorgangs separat geladen wird. Auch Kombimaschinen sind praktisch: ist der Akku leer, hängt man die Maschine mit einem Kabeladapter an die Steckdose, solange der Akku neu geladen wird, so muss man keine Pause machen. Kabelmaschinen haben den Nachteil, dass man mit ihnen nicht so viel Bewegungsfreiheit hat wie mit einer Akkumaschine. Gerade aber für Scherarbeiten am Kopf, bei denen man auch mal auf einen Stuhl steigen muss, sind kabellose Maschinen äußerst praktisch.

Tipp 4: Ölen
Vor Beginn und während des Scherens muss geölt werden, sonst läuft die Maschine heiß und die Schneidleistung verringert sich. Das Öl wird in kleine Öffnungen am Kopf der Maschine und direkt auf die Schneidblätter gegeben, und zwar bei laufender Maschine. Zwischendurch müssen die Schermesser geölt werden, etwa alle 5 bis 10 Minuten während des Scherens. Normalerweise wird geeignetes Öl mitgeliefert. Auch nach Gebrauch sollten die Maschine beziehungsweise die Schneidmesser gesäubert und geölt werden, um Rost zu vermeiden. Aus diesem Grund empfiehlt sich auch, die Schermaschine trocken zu lagern.

Tipp 5: Schneidsätze
Die Schneidsätze sollten leicht durch das Fell gleiten, dürfen nicht ziepen und sollten nicht heiß laufen. Im Schnitt reicht ein Schneidsatz für 10 Vollschuren. Ersatzschneidsätze kosten etwa zwischen 50 und 80 Euro. Erkundigen Sie sich beim Hersteller, was Ersatzschneidsätze kosten. Bei manchen Messern besteht außerdem die Möglichkeit, die Schneidsätze nachschleifen zu lassen. Gerade wenn man viel Scheren muss, tut man sich mit einem breiteren Schneidmesser leichter, da man pro Schnitt eine größere Fläche scheren kann. Ideal ist, wenn auf eine Schermaschine unterschiedliche Scherköpfe bzw. Schneidmesser montiert werden können. Die meisten Hersteller haben verschiedene Schneidsätze für unterschiedliche Felllängen im Angebot.

Tipp 6: Gewusst wie – so spielt auch das Pferd mit
Scherunerfahrene Pferde sollte man langsam an die Prozedur gewöhnen, zum Beispiel indem man die Maschine erst einmal in sicherer Entfernung an- und ausschaltet. Auch das Zusehen bei erfahrenen, älteren und ruhigen Pferden kann helfen. Aus der Verhaltensforschung weiß man, dass Pferde durch Zusehen von anderen, meist älteren und ranghöheren Pferden lernen. Bei jungen, unerfahrenen Pferden kann es hilfreich sein, zunächst am Bein mit dem Scheren zu beginnen. Am besten nähert man sich dem Pferd von vorne, die Maschine sollte dann eingeschaltet werden, wenn das Pferd sie auch sehen kann. Das Pferd soll möglichst nicht auf das Kabel treten und keine Möglichkeit haben, sich darin zu verheddern. Der Scherplatz soll sauber, trocken und hindernisfrei sein, außerdem gut beleuchtet und belüftet. Scheren Sie niemals nasse oder stark schmutzige Pferde! Der Scherende beginnt am besten am Rumpf. Schmuck oder flatternde Kleidung sollte man nicht tragen, sonst kann passieren, dass man damit in der Maschine hängenbleibt. Auch lange Haare sollte man zusammenbinden. Geschoren wird immer gegen den Fellstrich, streifenweise überlappend. Die Sattellage wird in der Regel nicht geschoren. Übrigens – das Kürzen der Tasthaare ist tierschutzwidrig, ebenso das Scheren der inneren Ohrhaare! Nachgeschoren wird alle vier bis acht Wochen, je nach Fellwuchs.

http://www.jo-tack.com/Schermaschinen-Zubehoer


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